Erasmus Jubiläum

30 Jahre Erasmus: Qualität von Praktika in Europa

Am 27. April feierten die Hochschule Fulda und die Regionale Kontaktstelle für EU-Praktika und Wirtschaft-Kooperation das große Erasmus-Jubiläum.
Bei der Veranstaltung drehte sich alles rund um Erasmus-Praktika und die Qualität von Praktika in Europa.
Seit 2001 werden Studierende der Hochschule Fulda im Auslandspraktikum mit Erasmus (bzw. Vorgängerprogrammen) von der Regionalen Kontaktstelle für EU-Praktika und Hochschule-Wirtschaft-Kooperation gefördert.

Die Prodekanin des Fachbereichs Sozial-und Kulturwissenschaften der Hochschule Fulda Prof. Dr. Carola Bauschke-Urban wies in ihrer Begrüßung darauf hin, wie wichtig das Erasmus-Programm vor allem in Zeiten von Europaskepsis und aufkommenden Rechtspopulismus sei.
In einer Podiumsdiskussion ging es dann um die Fragen, wie die Qualität von Praktika gesichert werden könnte und ob Erasmus die Beschäftigungsfähigkeit steigern würde. Im Gespräch waren Gorka Guerrero, Vertreter des Erasmus Student Network Head office Brüssel, Nicholas Wenzel, Mitbegründer von InternsGoPro und Thomas Berger, Leiter Regionale Kontaktstelle für EU-Praktika und Hochschule-Wirtschaft-Kooperation. Das Erasmus-Programm bietet bereits den Rahmen für den Auslandsaufenthalt im Ausland, beispielsweise mit dem Erasmus Learning Agreement, bestehend aus Praktikumsvertrag und einer Vorlage für eine Praktikumsbewertung, Vorgaben für Rechte und Pflichten aller Beteiligten, sowie Online-Sprachkursen. „Ein Erasmus-Aufenthalt ist nicht mehr so außergewöhnlich, dass er direkt zur Beschäftigung führt, aber der Erasmus-Aufenthalt im Ausland fördert die Entwicklung genau der Kompetenzen auf die es heute Arbeitgebern ankommt“, so Thomas Berger, Leiter der Regionalen Kontaktstelle für EU-Praktika und Hochschule-Wirtschaft-Kooperation in Fulda. Das Erasmus Student Network und InternsGoPro tragen mit Projekten und Maßnahmen zur Sicherung von Qualität bei. Die Erasmus-Praktikanten müssten jedoch mehr einbezogen werden, so der Konsens. In einem Workshop im Anschluss bewerteten deshalb die Veranstaltungsteilnehmer den von InternsGoPro entwickelten Prototyp des Online-Rating-Werkzeugs zur Bewertung von Praktika und von Gastorganisationen in Europa. Mit einem Qualitätslabel und entsprechenden Rating-Ergebnissen können Gastorganisationen Sichtbarkeit erhalten, die qualitativ hochwertige Praktika anbieten. Die studentischen Teilnehmer gaben zum Beispiel das Feedback zu den Kriterien des Ratings, dem Format und weiteren Aspekten wie Mehrsprachigkeit und ähnliches.

Das Ende der Veranstaltung bildete das Erasmus-Alumni-Podium, bei dem ehemalige Erasmus-Praktikanten Tipps zum Leben und Arbeiten im Ausland gaben. Zu Gast waren Vertreterinnen von Brown Brothers Harriman Dublin und dem Goethe Institut Glasgow, die beide einst als Erasmus-Praktikantinnen in den Firmen angefangen hatten. Aufgrund ihrer heutigen Funktion konnten sie Bewerbungstipps geben. Während für die Talentaquise von BBH hauptsächlich der Lebenslauf und die Arbeitserfahrung von großer Bedeutung sind, kommt es für die Verwaltungsleitung des Goethe Institut Glasgow vielmehr auf Eigeninitiative und Selbstständigkeit an. Zwei weitere Erasmus-Alumni, eine Studentin der Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Interkulturelle Beziehungen, und eine Studentin der Lebensmitteltechnologie, berichteten von ihren Erfahrungen, und sprachen den Teilnehmern Mut zu, den Schritt ins Ausland zu wagen. Besonders beeindruckt waren die Teilnehmer und Referenten von einer der Studentinnen, die trotz ihrer Schwerbehinderung zwei Monate in Italien ein Praktikum mithilfe von wechselnden Assistenten absolviert hatte. Neben dem geregelten Erasmus-Stipendium hatte die Studentin ein Anrecht auf Erasmus-Sonderförderung. Im Rahmen ihres Praktikums führte sie u.a. Deutschkurse an ihrer Gastreinrichtung durch.

Zuerst war ich etwas unsicher, wie es wohl im Ausland ist und inwiefern ich mit meinen begrenzten Italienisch-Kenntnissen im Praktikum zurechtkommen würde. Gerade in meiner Situation gab es unheimlich viel zu organisieren. Insgesamt musste die Anreise und Unterbringung von 8 Assistenten organisiert werden. Das war neben dem eigentlichen Praktikum ein gewaltiger organisatorischer Akt. Aber es war schön sowohl von Erasmus, der Arbeiterwohlfahrt als auch von den Leuten vor Ort Unterstützung zu erhalten, damit all das möglich war und besonders hat mich gefreut, dass die Teilnehmer meines Deutschkurses bis zum Ende durchgehalten haben“.

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30 Years Erasmus